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Smart City: Lebensqualität und Klimaschutz unter einem Dach

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Derzeit leben über 50 Prozent der Weltbevölkerung in Städten. Im Jahr 2050 soll die 70-Prozent-Marke beinahe geknackt werden. Eine steigende Einwohner*innenzahl bringt gleichzeitig einen höheren Energieverbrauch mit sich. Umso wichtiger ist es also, die Städte der Zukunft nachhaltiger zu gestalten. Doch welche Rolle spielt in so einer Smart City eigentlich die Sonnenenergie?

Kein Wunder, dass es seit Jahren immer mehr Menschen vom verschlafenen Land in die aufregende Großstadt zieht. Schließlich sind Städte der treibende Motor für kulturellen Austausch, Innovation und Inspiration. Gegenwärtig sind bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerung sogenannte Stadtmenschen. Und dieser Urbanisierungsboom scheint in nächster Zeit auch kein Ende zu nehmen. Denn laut Expert*innen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) werden 2050 rund zwei Drittel aller Menschen in der Stadt dauerhaft sesshaft. Das wären dann insgesamt 6,4 Milliarden Frauen, Männer und Kinder.

Folgenreicher Zuwachs

Doch welche Auswirkung hat dieser rasante Anstieg nun auf unsere Umwelt? Die Metropolen machen nur knapp drei Prozent der gesamten Erdoberfläche aus – kaum erwähnenswert, oder? Nicht ganz. Trotz der geringen Flächeneinnahme verbrauchen die dicht besiedelten Gebiete drei Viertel aller Ressourcen. Urbane Gebiete stoßen nämlich unglaubliche Mengen an Treibhausgasen aus. Genauer gesagt sind sie für fast 80 Prozent aller CO2-Emissionen verantwortlich. Die Lösung: eine klimagerechte und nachhaltige Stadt – die sogenannte Smart City.

Das Konzept der Smart City

Bisher waren Städte der wahre Hotspot für den Energieverbrauch. Doch damit soll in Zukunft Schluss sein. Denn der urbane Raum soll sowohl ein lebenswerter Ort für Menschen als auch ein Ort der Regeneration für unsere Umwelt sein. Grundlegend geht es bei den Smart-City-Konzepten darum, die Stadt in Hinblick auf Energie und Mobilität neu zu denken und zu planen.

Eine Smart City zielt auf eine Steigerung der Energieeffizienz sowie eine Reduktion der Treibhausgasemissionen ab. Und was könnte zur Erreichung dieser Ziele verhelfen? Ganz klar: der vermehrte Einsatz von Erneuerbaren Energien. Denn wie bereits bekannt ist, können uns die sauberen Energieträger zur lang ersehnten Klimawende verhelfen. Allen voran der Hoffnungsträger schlechthin: die Photovoltaik.

Sonnenenergie als Lösung?

Die Stromerzeugung mittels Sonnenenergie bietet viele Möglichkeiten und Chancen. Für eine wirklich nachhaltige Veränderung muss es aber ganz klar zu einem massiven Ausbau der Photovoltaik kommen. Dabei rücken vor allem die riesigen Freiflächenanlagen ins Sonnenlicht. Denn diese tragen mit ihrem unglaublichen Energievermögen einen großen Teil zur Klimawende bei. Für eine grüne Zukunft muss allerdings jede Möglichkeit genutzt werden. Und dazu zählen eben auch PV-Anlagen in den Städten.

Eine Smart City verbirgt unzählige sonnige Möglichkeiten

Die Herausforderung bei der Installation solarer Energiequellen liegt für die Städte natürlich beim benötigten Platz. Jedoch erweisen sich einige innovative Sonnentechnologien als wahre Hoffnungsträger. Diese zeigen nämlich, dass es auf jene Flächen ankommt, die bereits versiegelt sind. Denn mit der Aktivierung dieser Plätze kann sich auch der urbane Raum zum solaren Traum entwickeln. Bestes Beispiel: Parkplätze. Von denen gibt es in den Städten meist genug. Auch die Geschäftsführerin des Bundesverbands Photovoltaic Austria, DI Vera Immitzer, sieht die Notwendigkeit der sonnigen Parkplätze. „Jeder neue Parkplatz ist mit einer PV-Anlage auszustatten. Gerade jetzt, wenn die Zeit der E-Autos angebrochen ist. Es wäre eine super Kombinationsmöglichkeit, wenn die Autos gleichzeitig geparkt und getankt werden können“, so Immitzer. Laut der Sonnenexpertin wäre es absolut sinnvoll, die bereits versiegelten Flächen intelligenter zu nützen.

Weiter geht das Start-up Totem Power mit der von ihm entwickelten solaren Straßenlaterne. Diese Lichtquelle inklusive Stromspeicher und Stromtankstelle für E-Autos dient gleichzeitig auch als Mobilfunkmast. Und ganz nebenbei sieht sie auch noch stylisch aus. Richtig smart.

Reichlich Platz für saubere Energie

Photovoltaik benötigt zwar Fläche, jedoch lässt sie sich ziemlich smart in den Stadtraum einbauen. Denn neben solaren Fußgängerzonen können die solaren Flächen auch gebäudeintegriert für sonnige Energie sorgen. Hier bieten sich vor allem Außenwände an. Ganz einfach, weil diese die größten Flächen eines Gebäudes bilden. Außerdem sind sie meist für keine andere Nutzung bestimmt und somit der perfekte Ort für eine PV-Anlage.

Doch die in den Gebäudehüllen integrierten Solarzellen fangen dabei nicht nur die Sonnenstrahlen ein; ganz nebenbei können sie auch noch die Funktion eines Sonnenschutzes einnehmen. Also eine ganz klare Win-win-Situation.

Österreich als Spitzenreiter

Österreich nimmt bei Smart-City-Technologien eine zentrale Vorreiterrolle ein. Besser gesagt sind ganze 10 Prozent aller Smart-City-Projekte innerhalb der EU in Österreich angesiedelt. Vor allem in den Bereichen Nachhaltigkeit, intelligente Energiesysteme und Erneuerbare Energien kann Österreich international anerkannte Kompetenzen aufweisen.

Spitzenreiter unter den Smart Citys: die österreichische Hauptstadt Wien. Und diese schöpft das Solarpotenzial der Stadt so richtig aus. Denn zukünftig gelten sogar Solarverpflichtungen für alle Gewerbeimmobilien, Wohnbauten und Bildungsgebäude. Das bedeutet im Klartext: kein Neubau ohne Photovoltaik-Anlage!

Es liegt also unglaublich viel Potenzial in den Städten Österreichs. Jetzt gilt es, dieses auch wirklich zu nützen – sowohl auf dem Land als auch in der Stadt, um nicht nur neue Smart Citys aus dem Boden zu stampfen, sondern bestehende Städte smarter zu machen.

✅ Text: Sandra Rainer
✅ Fotos: BIG
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