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Solar-Lüge

Faktencheck: die fünf größten Solar-Lügen

Solar Lüge

Photovoltaik ist längst allgegenwärtig. Und dennoch werden immer wieder falsche Annahmen und unvollständige Informationen rund um die grünen Anlagen verbreitet. Wir haben die fünf größten Solar-Lügen herausgepickt. Und hinter die Kulissen geblickt.

Seit Jahren steigt der Ausbau der Erneuerbaren Energien rasant an – ganz vorne dabei: die solare Stromerzeugung. Und seien wir ehrlich: So ziemlich jede*r hat in ihrem/seinem Leben schon einmal solch eine Solaranlage gesehen – zumindest auf einem Foto. Die Photovoltaik ist also absolut kein unbekanntes Terrain mehr. Schließlich ist die Stromerzeugung mittels Sonnenenergie für das Erreichen der Klimaziele unausweichlich.

Kein Wunder also, dass immer mehr Menschen das enorme Potenzial der Photovoltaik erkennen. Hartnäckig halten sich trotz allem immer noch sehr viele falsche Behauptungen und Gerüchte rund um das sonnige Energiewunder. Das Resultat: Die positiven Eigenschaften der solaren Anlagen werden ganz schön in den Schatten gestellt. Natürlich völlig zu Unrecht, denn die meisten dieser dubiosen „Infos“ sind reine Fehlmeldungen. Um reinen Tisch zu machen, haben wir hier fünf der häufigsten Solar-Lügen und Irrtümer einmal genauer unter die Lupe genommen.

Solar-Lüge 1: Keine Stromerzeugung ohne Sonne

Ganz klar einer der häufigsten Irrtümer in Sachen solarer Stromerzeugung. Oft lässt sich lesen, dass eine Photovoltaik-Anlage nur bei voller Sonneneinstrahlung Strom erzeugen kann. Die Investition in Solarenergie wäre viel zu stark wetterabhängig und demnach ziemlich riskant. Eine ganz klare Solar-Lüge. Die meisten modernen Module sind heutzutage in der Lage, auch bei bewölktem Wetter, sprich: geringer Sonneneinstrahlung, genügend Energie zu erzeugen. Selbst in der Nacht soll das bald möglich sein!

Es ist ziemlich einleuchtend, dass Anlagen in südlichen Regionen höhere Solarerzeugnisse vorweisen können. Dennoch können auch bei einer geringeren Anzahl an Sonnenstunden sehr gute Erzeugungswerte erreicht werden. Egal, ob bei strahlendem Sonnenschein oder trübem Herbstwetter – Solaranlagen lohnen sich also immer.

Solar-Lüge 2: Solaranlagen schaden der menschlichen Gesundheit

Gut für die Umwelt, aber gefährlich für die Gesundheit? Photovoltaik-Anlagen arbeiten komplett emissionsfrei und schonen daher unser Klima ganz maßgeblich. Jedoch sollen die sonnigen Anlagen Produzenten des sogenannten „Elektro-Smogs“ sein. Dabei handelt es sich um hochfrequente elektromagnetische Wellen – natürlich sind diese gesundheitsschädlich.

Auf Solaranlagen trifft dies aber nicht zu. Ein Solarmodul kann nämlich nicht elektromagnetisch abstrahlen. Ein Wechselrichter hingegen kann sich gegebenenfalls schon als Störfaktor entpuppen – jedoch nur durch nervende Geräusche. Es lässt sich zwar ein elektrisches Feld rund um Wechselrichter und Co. messen, jedoch sind diese Werte viel niedriger als bei anderen Geräten – wie etwa beim Netzteil eines Laptops.

Es wird sogar angenommen, dass durch das geschlossene Gleichstromfeld andere strahlende Felder abgewehrt werden. Keine Solar-Lüge aber zum Nachdenken: Während Wechselrichter und Module sich meist weiter weg von den eigenen vier Wänden befindet, ist ein Laptop immer zum Greifen nahe …

Solar-Lüge 3: Die Feuerwehr löscht keine brennenden Solar-Gebäude

Ein Albtraum für alle Hausbesitzer*innen: Das Eigenheim brennt, doch die Feuerwehr kann das Feuer nicht löschen. Grund dafür sei die angebrachte Solaranlage. Denn die Feuerwehrleute würden sich beim Einsatz von Löschflüssigkeiten durch die elektrische Spannung selbst in Gefahr bringen. So jedenfalls die weit verbreitete Annahme.

Doch was ist dran an diesem Gerücht? Gar nichts. Die Feuerwehr ist dazu verpflichtet, alle Brände zu löschen. Jedoch gibt es vorgeschriebene Verhaltensregeln bei Bränden von Gebäuden oder freien Flächen mit Solaranlagen. Natürlich dürfen die Feuerwehrleute auf keinen Fall in Gefahr gebracht werden. So müssen sie zum Beispiel einen vorgeschriebenen Mindestabstand zum brennenden Objekt einhalten – nur so ist die Sicherheit aller Beteiligten gewährleistet. Also keine Angst: Auch bei einem Brand mit einer Anlage in unmittelbarer Nähe ist ein Löschvorgang uneingeschränkt möglich.

Solar-Lüge 4: Die Entsorgung wird ein teurer Spaß

Es ist Wahnsinn: Moderne Solaranlagen verfügen über eine unglaublich lange Lebensdauer. Mittlerweile können die grünen Stromerzeuger 25 bis 30 Jahre genützt werden. Aber was geschieht mit den Anlagen am Ende ihrer Lebenszeit? Für die Entsorgung müsste ganz schön tief in die Tasche gegriffen werden, oder?

Fast alle Photovoltaik-Anbieter verpflichten sich zu einer freiwilligen Rücknahme und einem Recycling-Konzept der Solaranlage. Dabei kommt es aber häufig zur Kritik. Denn die Entsorgung der alten Anlagen sei ziemlich umweltschädlich, Recycling nicht möglich. Kurzer (und wahrer) Hinweis: Bei modernen kristallinen Photovoltaikmodulen liegt die Recyclingquote bei mehr als 90 Prozent. Grünes Licht für die Umwelt!

Solar-Lüge 5: Die PV-Förderung beeinträchtigt die heimische Wirtschaft

Böse Zungen behaupten, der Umstieg auf Erneuerbare Energien wäre viel zu teuer. Eine glatte Solar-Lüge. Denn ein vollständiges Versagen in der Klimakrise und die Finanzierung steigender Umweltschäden wäre viel kostenintensiver.

Außerdem fördert die Solarenergie unsere Wirtschaft nachhaltig. Durch den Ausbau der Photovoltaik entstehen in Österreich mehrere tausend neue Arbeitsplätze – von der Produktion bis hin zum Handel und der Installation. Auch die Wertschöpfung im Land steigt massiv an. Die solare Stromerzeugung löst also sowohl einen Wirtschafts- als auch Umweltboom in Österreich aus.

Fazit:
Leider kursieren immer wieder viele falsche Vermutungen rund um die sonnige Welt der Photovoltaik. Doch wahre Sonnenkenner*innen wissen über die falschen Vermutungen und unzähligen Vorteile Bescheid. Denn eines ist sonnenklar: Die Solarenergie ist mittlerweile eine der sichersten Alternativen – für Mensch und Umwelt.
✅ Text: Sandra Rainer
✅ Fotos: UNSPLASH
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