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Strom Geheimnis

Strom-Geheimnisse: 10 Dinge, die man über Strom nicht weiß

Strom GeheimnisEr ist unsichtbar, unauffällig und bewegt sich ganz unbemerkt durch unser alltägliches Leben. Die Rede ist natürlich von elektrischem Strom. Doch nicht nur seine Kraft ist unsichtbar. Er steckt zudem voller kleiner und großer Strom-Geheimnisse. Wir haben jedenfalls „Spannendes“ herausgefunden …

Energie ist ein kostbares Gut – da sind wir uns alle einig. Ein Leben ohne Strom? Definitiv nicht vorstellbar. Aber wie steht’s eigentlich um unser Wissen um das große Strom-Geheimnis? Was wir wissen, ist zwar gewiss eine ganze Menge, doch längst nicht alles. Versprochen! Wir sind nämlich der Stromspur gefolgt und haben zehn hochspannende Dinge über die Kraft, die unsere Welt antreibt, ausgegraben.

Strom-Geheimnis 1: Algen als beste Sonnenkollektoren

Algen sind den meisten sicherlich vom Besuch am Meer oder Badeteich in Erinnerung geblieben. Was aber wohl die wenigsten wissen:  Es gibt eine ganz besondere Spezies, welche die komplette Solarbranche revolutionieren könnte. Die Rede ist von fluoreszierenden Mikroalgen. Um prächtig gedeihen zu können, verwerten diese nämlich unglaubliche 95 Prozent des einfallenden Sonnenlichts. Und genau diese Fähigkeit entpuppt sich nun als Vorbild für die Herstellung von leistungsfähigeren organischen Solarzellen – sogenannten Super-Solarzellen. Zwar bedarf es noch einer intensiven Erforschung der winzigen Meeresbewohner, um die Umsetzung der Sonnenenergie in den Algen auch wirklich verstehen zu können, doch allein das Wissen um deren sonnige Superkraft löst Euphorie im gesamten Solarbereich aus.

Strom-Geheimnis 2: Strom ist eine lahme Schnecke

Ein Berühren des Schalters und – zack! – die Glühbirne brennt. Strom muss also irrsinnig schnell fließen, oder? Ganz im Gegenteil: In einem Kupferkabel mit einem Querschnitt eines Quadratmillimeters und einem Strom von einem Ampere beträgt die sogenannte Driftgeschwindigkeit der Elektronen gerade einmal einen Viertelmeter pro Stunde. Kurzes Gedankenspiel: Für eine fünf Meter lange Strecke würde ein Elektron bei Gleichstrom also fast einen ganzen Tag benötigen. Er ist also eine ganz schön lahme Schnecke, dieser Strom. Aber warum brennt dann die Lampe trotzdem sofort? Ganz einfach: Die einzelnen Elektronen geben jeden Impuls als elektromagnetische Welle weiter. Und diese breitet sich mit beeindruckenden 200.000 Kilometern pro Sekunde – also mit Lichtgeschwindigkeit – aus.

Strom-Geheimnis 3: Google vs. Klimakrise

Wir googeln, surfen und verschicken Mails – und das so ziemlich jeden Tag. Das Internet gehört einfach zum alltäglichen Leben. Doch wer sich in ein virtuelles Leben flüchtet, lebt dabei nur scheinbar in einer umweltfreundlichen Welt: Eine Figur im Videospiel „Second Life“ verbraucht fast mehr Strom als manch echter Mensch im ganzen Jahr. Aber eben nicht bei uns, sondern in einem Rechenzentrum, vielleicht in Indien. Und auch eine einzige Google-Anfrage entpuppt sich als wahrer Stromkiller. Doch es ist Hoffnung in Sicht, denn Google wird zum aktiven Klimaschützer. Der Plan: Den Strom für die energiefressenden Datenzentren erzeugt der Alleswisser immer öfter selbst – und zwar sauber. Dazu investiert der riesige Konzern in erneuerbare Energietechnologien wie Solar- und Windparks. So geht also energiebewusstes Surfen.

Strom-Geheimnis 4: Menschliche Stromquelle

Mit dem eigenen Körper Strom erzeugen – ist das wirklich möglich? Wissenschafter*innen der University of California sind sich da ziemlich sicher: Sie entwickelten jetzt Klebetattoos für die Haut, die aus einem nur zwei bis drei Millimeter großen Sensor und einer Batterie besteht. Natürlich ist dieses Tattoo kein Ding für die Ewigkeit und kann wieder abgewaschen werden. Im Sensor befindet sich allerdings ein Enzym, das dem Milchzucker im Schweiß die Elektronen entzieht. Und – tada: Bei diesem Prozess kann tatsächlich ein elektrischer Stromfluss erzeugt werden. An der Menge des erzeugten Stroms muss aber noch kräftig gearbeitet werden. Denn zurzeit ist nur eine Generierung von etwa vier Mikrowatt Leistung möglich. Der Mensch als eigenständiger Stromerzeuger ist demnach noch echte Zukunftsmusik.

Strom-Geheimnis 5: Die Lösung auf vier Rädern

Wusstest du, dass mit der Energie, die während einer Runde eines Formel-1-Rennens durch das Bremsen verloren geht, eine Waschmaschine fast fünfeinhalb Tage durchgehend laufen könnte? Ein vermehrter Tritt auf die Bremse ist also ein wahrer Energiekiller. Natürlich vor allem dann, wenn man so rasant wie ein Formel-1-Pilot unterwegs ist. Wer vorausschauend fährt, muss allerdings weniger bremsen, das ist logisch. Natürlich ist ein tagelanger Waschmarathon durch einmaliges Bremsen eher unwahrscheinlich, aber auf lange Sicht zeigt sich durch energiebewusstes Fahren sicherlich ein Unterschied. Übrigens: Moderne Hybrid- und E-Autos nutzen diese Bremsenergie bereits, um einen integrierten Akku zu laden. Diese Technologie wurde freilich in der Formel-1 entwickelt. Kein Wunder also, dass die Beliebtheit von grünen Autos immer mehr zunimmt.

Strom-Geheimnis 6: Hellster Kopf lässt Wiesn erleuchten

Wir schreiben das Jahr 1896, und auf der Münchner Wiesn geht erstmals das Licht an. Heute hat das legendäre Oktoberfest einen Verbrauch von knapp drei Millionen Kilowattstunden Strom. Das entspricht circa 15 Prozent des Münchner Tagesbedarfs. Die benötigte Spitzenleistung, um das Fest in vollem Glanz zu erhellen, ist mit dem Bedarf einer Kleinstadt mit rund 21.000 Einwohner*innen vergleichbar. Doch ganz besonders interessant ist der Name jenes Hilfsarbeiters, der 1896 in München Kabel verlegte und Glühbirnen in die Fassungen schraubte: Albert Einstein. Als Neffe des Inhabers der Firma, die für die Beleuchtung zuständig war, sorgte der spätere Physiker und Begründer der Relativitätstheorie schon früh für die Erhellung des Münchner Oktoberfestes. Die Gäste weltweit sind noch heute dankbar. Prost!

Strom-Geheimnis 7: And the winner is …

Kurzer Sprung in die gute alte Schulzeit: Schon in jungen Jahren vergleichen sich die Kids immer wieder miteinander. Wer ist größer, schneller oder beliebter? Würden sich Kohle-, Atom- und erneuerbarer Strom so einem Wettbewerb stellen, so wären die sauberen Energien definitiv ganz weit oben auf der Beliebtheitsskala – und das weltweit. Auch in Österreich stehen die erneuerbaren Energietechnologien hoch im Kurs, schließlich möchte doch jede*r ihren/seinen Teil zur Energiewende beitragen. Die eindeutige Gewinnerin unter den grünen Stromerzeugern ist dabei die Photovoltaik. Österreich steht auf Solarenergie, denn satte 88 Prozent der Einwohner*innen empfinden diese als Energiequelle am besten. Die strahlende Sonne als Stromerzeugerin? Es gibt definitiv Schlimmeres.

Strom-Geheimnis 8: Nordische Spitzenreiter

Das Land mit dem höchsten Stromverbrauch? Ganz eindeutig China. Schließlich ist es auch das Land mit den meisten Einwohner*innen – hier leben ungefähr 1,5 Milliarden Menschen. Teilt man jedoch die Strommenge durch die Einwohnerzahl, kommt eine ganz überraschende Nummer eins zum Vorschein: Island. Der Inselstaat mit seinen 464.000 Einwohner*innen hat mit Abstand den höchsten Stromverbrauch der Welt und lässt vermeintliche Spitzenreiter wie die USA oder China hinter sich. Wer jetzt an der Wahrheit dieses unglaublichen Fakts zweifelt: Für drei Viertel des Stromverbrauchs sind die Industrie und nicht die Einwohner*innen des Landes verantwortlich. Trotz hohem Stromverbrauch ist Island Vorbild für viele andere Länder: Die Stromgewinnung erfolgt hier nämlich komplett durch erneuerbare Energien. Top!

Strom-Geheimnis 9: Flauschige Solarzelle

Süße und sonnige Überraschung: Das Fell von Eisbären kann Sonnenlicht besser absorbieren als alle anderen uns bekannten Oberflächen! Eisbärfelle absorbieren ganze 95 Prozent des Sonnenlichts – das lässt sich mit dem bekannten Albedo-Effekt, also den Anteil an (Sonnen-)Strahlung, der von einer Oberfläche reflektiert wird, erklären. Um die Sonne aber dennoch als Wärmequelle nutzen zu können, wartet unter dem weißen Fell eine echte Überraschung: Die Haut von Eisbären ist nämlich schwarz und fungiert wie ein Sonnenkollektor – sie nimmt die Wärme der Sonne auf und speichert diese in der darunterliegenden Fettschicht.

Strom-Geheimnis 10: Eine runde Sache

Amerikanische Student*innen haben kürzlich bewiesen, dass Fußball nicht nur dem Körper, sondern auch der Stromerzeugung dienen kann. Sie konzipierten einen Fußball, der tatsächlich Strom erzeugt. Das funktioniert über eine Art Dynamo im Inneren des runden Leders. Ganz nach dem Motto: Je mehr der Ball rollt, desto mehr Strom wird erzeugt. Bereits 15 Minuten kicken reichen dabei aus, um eine LED-Lampe ganze drei Stunden lang leuchten zu lassen. Das Accessoire der Profifußballer als Stromerzeuger – gewiss eine interessante Vorstellung. Und vielleicht eine Möglichkeit, um in Zukunft im Stockdunkeln dem Ball hinterherjagen zu können.

✅ Text: Sandra Rainer
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