Nach Corona: Sonnige Aussichten für Österreichs Wirtschaft

Corona Wirtschaft

Die Gewinnung von sauberem Strom mithilfe von Sonnenkraft könnte zur grünen Großtat werden. Denn: Durch ihren Einsatz gelingt es nicht nur, langfristig die Umwelt zu retten – sondern auch Österreichs Wirtschaft! Ein spannungsgeladener Ausblick auf eine Welt nach Corona.

Es sind keine besonders sonnigen Zeiten, die Österreichs Wirtschaft gerade durchlebt. Sinkende Preise, eingedämpfte Nachfrage und eine erschreckend hohe Zahl an Arbeitslosen schränken das österreichische Wirtschaftsleben zurzeit maßgeblich ein. Corona und die Wirtschaft vertragen sich einfach nicht. Und so wird klar: Es müssen dringend konkrete und zielgerichtete Maßnahmen gesetzt werden, um diese wohl größte Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg überwinden zu können, um in eine sichere Zukunft zu blicken. Dabei eines vorweg: Dafür muss die derzeit schrumpfende Wirtschaft wieder so richtig aufblühen!

Nur logisch also, dass dabei nur die Sonne helfen kann! Und das meinen wir jetzt nicht nur metaphorisch: Die Stromproduktion aus genau dieser unerschöpflichen Energiequelle ist einer der leuchtendsten Hoffnungsschimmer für Österreichs Wirtschaft. Viele Expert*innen sind sich sicher: Verstärkte Investitionen in den Photovoltaik-Ausbau sind der treibende Motor für ein dringend notwendiges Wirtschaftswachstum. Mehr sauberer Strom bedeutet mehr Arbeitsplätze und auch mehr Wertschöpfung innerhalb des Landes. Österreichs Zukunft ist ganz klar grün!

Sauberer Blick in die Wirtschafts-Zukunft

Kommen wir aber zuerst zu den Hard Facts. Österreich hat sich ein klares Ziel gesetzt: Bis 2030 soll der österreichische Stromverbrauch zu 100 % aus erneuerbarer Energie aus dem Inland gedeckt werden. Dazu werden zusätzliche 27 TWh Strom aus Wasserkraft, Wind- und Sonnenenergie sowie Biomasse benötigt. Um das von der österreichischen Regierung angepeilte Ziel auch wirklich zu erreichen, fordert Österreichs E-Wirtschaft eine verstärkte Konzentration auf die Erneuerung der Energiesysteme, allen voran auf einen raschen Photovoltaik-Ausbau. Denn neben der sauberen Stromversorgung stellt sich die Photovoltaik zudem auch als Lösung für aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen dar. Mit einem jährlichen Wachstum von gut 30 % befindet sich der Solarstrom nämlich in vielen Ländern auf der Welt, natürlich auch in Österreich, auf dem Vormarsch. Allein im benachbarten Deutschland entstanden in den letzten zehn Jahren fast 50.000 neue Arbeitsplätze in der PV-Branche. Es liegt nun also an Österreich, sich an diesem sonnigen Wirtschaftswunder zu beteiligen.

Alle Hoffnung auf Solarenergie nach Corona

Ein rascher Ausbau der PV-Anlagen könnte für die aktuell angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt eine sehr große Entlastung sein. Bis 2030 würden allein in der PV-Branche bis zu 200.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Für die Prozesse der Planung, Installation und Wartung werden dabei vor allem Österreichs kleine und mittelständische Unternehmen beauftragt. Der Bedarf an Facharbeiter*innen wird in diesen Bereichen enorm ansteigen und dabei helfen, den österreichischen Wirtschaftsmotor wieder zum Brummen zu bringen. Zusätzliche Kosten entstehen bei dem Ausbau der Photovoltaik zudem keine – ganz im Gegenteil zum Betrieb von Kohlekraftwerken. Die inländische Wertschöpfung ist bei der Photovoltaik außerdem deutlich höher als bei den fossilen Energien. Schließlich fließt für deren Import viel Geld ins Ausland. Eine zielgerichtete Investition in den PV-Ausbau bietet die Chance, die regionale Wirtschaft wiederzubeleben und die Gesellschaft unabhängiger und krisenfester zu machen, sind sich die meisten Ökolog*innen und Ökonom*innen einig.

Sauber und sicher

Die Erneuerung des österreichischen Energiesystems soll also die fossilen Energieträger vollständig ablösen. Das heißt: Auch in Bereichen wie Verkehr und Wärme sollten jene dabei durch grünen Strom ersetzt werden. Nur so kann nämlich sichergestellt werden, dass alle verschiedenen Sektoren im Bereich der Energiegewinnung ein und dasselbe Muster verfolgen und stark ineinandergreifen. Der Ausbau der sauberen Stromerzeugung bezieht sich somit nicht nur auf den verstärkten Ausbau der PV-Anlagen, sondern auch auf einen massiven Umbau der Netze und Speicher. Nur dann wäre eine langfristige Versorgung gesichert.

Letzte Hürde

Die Möglichkeit einer sehr zügigen Errichtung von PV-Anlagen im Kleinanlagenbereich ist bereits ein Schritt in die richtige Richtung. Etwas holpriger gestaltet sich (noch) der Weg zum Ausbau von größeren Anlagen. Administrative Hürden, wie zum Beispiel unterschiedliche Landesgesetze im Bereich der Bauordnung und Flächenwidmung, verzögern eine rasche Realisierung. Ziel muss es nun also sein, diese Hürden mit einem neuen und einheitlichen Gesetz zu überwinden und den Weg zu einem ökologischen Wachstum ohne weitere Hindernisse weiterzugehen.

Fazit: Solarstromanlagen gelten als große Chance zur Überwindung der Krise und einen daraus folgenden grünen Wiederaufbau. Sauber. Sicher. Leistbar. Die Kraft der Sonne ist ein richtiger Alleskönner und eine wahre Energiequelle für das österreichische Wirtschaftswachstum. Aber: Es bedarf einer zeitnahen Realisierung. Schließlich läuft Österreich die Zeit, die zur Erreichung der Klima- und Wirtschaftsziele benötigt wird, schneller davon als gedacht.

✅ Text: Sandra Rainer
✅ Fotos: Shutterstock
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