Was ist nun was? Der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarenergie

Unterschied Photovoltaik und Solarenergie

Warum spricht man von Photovoltaik, wenn doch Solarenergie gemeint ist, und sind Sonnenkollektoren und Solarzellen nicht das Gleiche in Grün? Weil die Sache mit der Sonne immer wieder für Verwirrung sorgt, haben wir ein paar Antworten auf Lager.

Darüber freut sich der blaue Planet! Die Kraft der Sonne ist derzeit in aller Munde. Doch das führt ganz offensichtlich nicht nur zu grüner Energie, sondern auch zu einem sprachlichen Kabelsalat: Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarenergie? Was bedeutet bitte Solarthermie, und warum sagen manche Sonnenkollektoren und andere Solarzellen?

Das ist freilich nur ein kleiner Auszug aus dem für den/die Laien/Laiin durchaus verwirrenden Sonnenstromvokabular. Es ist somit höchste Zeit, hier für ein wenig Entspannung zu sorgen. Also fangen wir einfach mit dem bekanntesten aller Begriffe an.

Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarenergie?

Unter dem Begriff „Solarenergie“ versteht man im Grunde jegliche Energieform, die man aus der Kraft der Sonne gewinnt. Und das muss keineswegs nur elektrischer Strom sein! Das kann genauso Wärme sein. Und nun kommt noch dazu, dass man diese beiden Energieformen auch noch direkt oder indirekt aus der Sonnenkraft gewinnen kann. Sprich: Auch ein Windkraftwerk wird am Ende durch die Kraft der Sonne betrieben, da Winde durch die Erwärmung und Abkühlung von Luftmassen entstehen. Biomasse wächst nur mit Hilfe der Sonne (Biomasse, Biogas), und Regen fällt nur, wenn auch Wasser an anderer Stelle durch Sonneneinstrahlung verdampft (Wasserkraft).

Wir sehen also: Solarenergie ist viel mehr, als wir auf den ersten Blick vielleicht glauben.

Eben deshalb macht es Sinn, zumindest die wichtigsten Begriffe auch zu erklären. Sonst versteht nämlich jeder etwas anderes und nicht unbedingt das, was auch gemeint ist. Und so machen wir gleich mit den beiden Begriffen weiter, die besonders viel Verwirrung stiften: Solarthermie und Photovoltaik.

Grundsätzlich kann man sagen, beide Technologien wandeln Sonnenkraft in für den Menschen nutzbare Energie um. Allerdings nicht in die gleiche!

Was ist Photovoltaik?

Von Photovoltaik spricht man nur dann, wenn es tatsächlich um die direkte Erzeugung von Strom aus Sonnenergie geht. Dazu nutzt man sogenannte Photovoltaik-Module, die wiederum aus vielen kleinen Solarzellen bestehen und im ersten Schritt Gleichstrom produzieren, der in für uns nutzbaren Wechselstrom umgewandelt wird. (Wie das genau funktioniert, erklären wir übrigens in unserem Artikel „So funktioniert eine Photovoltaik-Anlage“ sehr leicht verständlich.) Nun wird bei einer kleineren Anlage der Strom meist gleich für den Betrieb des jeweiligen Hauses genutzt. Bei einer größeren Anlage, einer sogenannten Photovoltaik-Freiflächenanlage, wird jedoch so viel mehr Strom erzeugt, dass dieser in das allgemeine Stromnetz eingespeist wird. So haben am Ende ganz viele Haushalte etwas von dem Strom aus dieser einen Photovoltaik-Anlage.

Was ist Solarthermie?

Von Solarthermie spricht man ausschließlich dann, wenn mithilfe der Sonneneinstrahlung Wärme erzeugt wird. Die meisten dunklen Flächen, die man auf den Dächern von Einfamilienhäusern sieht, sind sogenannte Sonnenkollektoren. Sie werden Zellen genannt, die für die Solarthermie notwendig sind. Mit ihrer Hilfe kann der Warmwasserbedarf oder die Heizung eines Hauses bis zu einem recht hohen Prozentsatz gedeckt werden, was im Umkehrschluss dazu führt, dass der dafür sonst notwendige elektrische Strom gespart wird. Allerdings lässt sich diese Form der Sonnenergie nur schwierig an viele Haushalte weitergeben und auch schlecht speichern.

Grundsätzlich kann man also sagen, dass die Solarthermie die technisch einfachere Technologie ist. Sie hat aber eben den Nachteil, dass man sie nur im Kleinen gut nutzen kann. Ihr Vorteil liegt im Wirkungsgrad, der deutlich höher ist. Aus ökologischer Sicht machen jedenfalls beide Technologien Sinn. Die Frage ist immer: Was will ich bezwecken?

Vielleicht hilft ein kleines Beispiel zu verstehen, wie viel wir als Menschheit von der Sonne haben könnten, wenn wir sie in Zukunft besser nutzen lernen:

Die Sonne liefert pro Jahr unvorstellbare 1,5 x 10^18 kWh Energie. Das ist mehr als das 10.000-fache jener Energiemenge, die pro Jahr auf der Erde verbraucht wird. Nun hat ein Institut der Nottingham Trent University errechnet, dass, wenn jeder Sonnenstrahl in der Sahara von einer Photovoltaik-Anlage aufgefangen würde, man die  7.000-fache Menge an Strom produzieren könnte, die Europa derzeit verbraucht! Natürlich ist das nur theoretisch, allerdings verdeutlicht es das gigantische Potenzial der Photovoltaik, das direkt und täglich vor unserer Nase strahlt.

✅ Text: Sandra Rainer
✅ Fotos: Enery Development AG
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